Voralpentour 2009

Von Hohenbrunn nach Hohenlinden

Start der 1. Voralpentour der Oldtimerfreunde-Freising ist beim Cafe Hohenbrunn im gleichnamigen Ort, direkt neben der Kirche. Das Cafe ist ab 9 Uhr geöffnet, Frühstücken ist möglich, hinter dem Haus ist ein kleiner Biergarten. Parken bei der Sparkasse neben dem Cafe. Hohenbrunn erreicht man am besten über die A99, Ausfahrt Hohenbrunn-Putzbrunn, und weiter über die B471. Im Zentrum von Hohenbrunn Richtung Höhenkirchen. Das Cafe findet man nach wenigen Metern rechter Hand nach der Kirche. Abfahrt vom Cafe um 10:00 Uhr. Die gesamte Strecke beträgt ca. 196 km.

Nach Siegertsbrunn, Egmating, Münster, Großhelfendorf, Aschbach und Altenburg hinunter zur Mangfall. Die Mangfall (von: die Mannigfaltige) fließt aus dem Tegernsee nach Rosenheim und mündet nach 58 km in den Inn. Sie fließt zuerst nach Norden, bevor sie bei Grub in einer scharfen Biegung (Mangfallknie) nach Südosten dreht, wobei sie eine Seitenmoräne des ehemaligen Inntalgletschers durchbricht. Die Wasserkraft der Mangfall wurde bereits im Mittelalter genutzt (Saline in Rosenheim, Spinnerei in Kolbermoor), in letzter Zeit wird sie wieder verstärkt renaturiert. Nachdem wir die Seitenmoräne überquert haben (Kleinhöhenkirchen, Sonderdilching) geht’s wieder hinunter zur Mangfall um über Valley bei Mühltal die Mangfall ein drittes Mal zu queren.

Wir unterqueren die Mangfall-Autobahnbrücke bei Weyarn die 1959 fertig gestellt wurde. Die Spannbetonplattenbalkenbrücke (hübsches Wort) ist 288 m lang und 68 m hoch. Die meisten sehen sie immer nur von oben, wenn sie auf der A8 drüber weg fahren. Bereits 1936 gab es hier eine Balkenbrücke, eine der ersten Großbrücken der Reichsautobahn. Bei ihrer Sprengung 1945 wurden der Überbau und der westliche Pfeiler zerstört und der östliche Pfeiler stark beschädigt. Ab 1946 wurde der zerstörte Pfeiler wiederaufgebaut mit einer zweispurigen Behelfsbrücke, die bis zur Fertigstellung der neuen Brücke 1959 in Betrieb war. Ab 1977 wurde die Brücke im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus erweitert, indem im Norden eine neue Brücke an die alte angebaut wurde, die jetzt die Autobahnspuren Richtung München trägt.

Weiter geht’s über Weyarn, Wattersdorf, Bruck, Großseeham, Brandlberg, Graßau, Auerschmied, Schweig (B472), Ahrain und Ziegelhaus zu unserem nächsten Ziel, der Leitzach. Sie entspringt am Ursprungspass und mündet nach 33,5 km bei Feldkirchen-Westerham in die Mangfall. Seit 1913 wird ihr in der Mühlau Wasser entzogen, das durch einen 6,7 km langen Stollen in den Seehamer See geleitet wird und dort das Leitzach Kraftwerk antreibt. Danach fließt es wieder zurück in die Mangfall.
Das Leitzachtal führt über die Endmoränenschwelle von Elbach ins offene Tal von Fischbachau, welches in der letzten Eiszeit vom Leitzachgletscher ausgefüllt war. Das im Norden schmale Leitzachtal weitet sich südlich von Hundham bis Fischbachau und bildet bei Hammer (Ortsteil von Fischbachau) wieder einen schmalen Übergang zum Bayrischzeller Leitzachtalkessel. Das Tal selbst ist geprägt von Almwirtschaft mit Weilern und Einzelhöfen, die teilweise seit Jahrhunderten in Familienbesitz weitervererbt wurden.

Wenn man vom Leitzach-Tal über Niklasreuth hinunter nach Au fährt, dann öffnet sich vor einem das Tal des Inngletschers. Die Gletscherzunge schob sich weit in das bayrische Alpenvorland hinein und hinterließ markante Endmoränen wir z.B. den Irschenberg. Im Rosenheimer Becken blieb nach der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren ein großer Stausee zurück, der erst bei Wasserburg die Moränen durchbrach. Reste des Sees sind der Simssee und viele kleinere Moorseen, sowie ausgedehnte Moorgebiete rund um Rosenheim.

Weiter geht’s über Au durch Bad Feilnbach und Brannenburg auf der Mautstraße (2 €) Richtung Tatzelwurm. Wir parken auf dem Waldparkplatz (300 m nach der Abzweigung nach Oberaudorf links). Vor dem Essen im Gasthaus Tatzelwurm ist erstmal ein bisschen Bewegung nötig, daher folgen wir dem Wanderweg entlang des Wasserfalls hinunter bis zum unteren Aussichtspunkt (keine Stöckelschuhe!). Weicheier und Fußkranke können auch unten beim Gasthof parken.

Der Taztelwurm ist ein alpenländisches Fabeltier, ein Halbdrache mit einem schlangenartigen Unterkörper und prankenbesetzten Vorderbeinen (einem T-Rex nicht unähnlich?). Im Haus der Natur in Salzburg war sogar ein Platz für einen Tatzelwurm reserviert, aber leider ließ sich keiner fangen. Tatzelwürmer schlüpfen angeblich aus schwarzen Eiern, die ein Hahn in einen See legt, wo sie dann von der Sonne ausgebrütet werden.
Wie auch immer, hinter dem Gasthaus Tatzelwurm kann man manchmal die Bestie wüten hören und vor lauter Dampf sieht man sie oft kaum und schon manch ein unvorsichtiger Wanderer ist in ihrem Schlund verschwunden. Bei genauerer Betrachtung ist es aber doch ’nur‘ ein Wasserfall, der mit seinen 100 m Höhe aber recht beeindruckend und bei Hochwasser sicher auch furchteinflößend ist.

Route vormittags:


Nach dem Mittagessen geht’s um spätestens 14:00 Uhr über Oberaudorf nach Österreich zu einem kleinen Tankstopp (auch Oldtimer haben Durst, manchmal sogar eine gewaltigen). Wir fahren weiter über Erl und Nußdorf Richtung Samerberg. Die Gemeinde Samerberg mit dem Hauptort Törwang hat ca. 2500 Einwohner. Der Name geht zurück auf den früheren Haupterwerbszweig der Bewohner: die ‚Samer‘ transportierten auf ihren ‚Samrossen‘ (Packpferde) alle Arten von Gütern. Hinter dem Samerberg liegt das 1569 m hohe Hochries, ein beliebter Berg für Paraglider. Von Obereck oberhalb von Törwang hat man einen herrlichen Blick auf das Alpenvorland.

Weiter geht’s über Wiedholz, Wenk, Ruckerting, Westerndorf nach Frasdorf. Hier unterqueren wir wieder die A8 nach Umrathshausen und Hittenkirchen. Über Kumpfmühle erreichen wir Prien-Stock für unsere Kaffe-Pause. Der Parkplatz rechter Hand am Anleger ist leider gebührenpflichtig (1 Std. = 1,50 €; 2 Std. = 2,50 €). Bis zur Abfahrt um 17:00 Uhr hat man diverse Cafes zur Auswahl, man kann Minigolf spielen, auf der Strandpromenade flanieren, Ruder- oder Tretboot fahren oder mit der Chiemseebahn in den Ort und zurück f ahren.

Prien am Chiemsee ist der Hauptort der Chiemsee Schifffahrt und beliebter Fremdenverkehrsort, seit 1860 die Bahnlinie München-Salzburg gebaut und 1886 das Schloss Herrenchiemsee nach dem Tod König Ludwigs des II. für die Allgemeinheit geöffnet wurde. Die historische Chiemsee Dampfeisenbahn von 1887 fährt von Bahnhof Prien 2 km zum Hafen (Stock). Sie ist älteste ununterbrochen in Betrieb stehende Dampfstraßenbahn der Welt.
Der Chiemsee ist der drittgrößte deutsche See nach Bodensee und Müritzsee (allerdings hat der Starnberger See mehr Wasser). Auch dieser See ist ein Überbleibsel der Würmeiszeit; der Chiemseegletscher hinterließ einen See, der ursprünglich dreimal so groß war wie der heutige. Im Norden des Sees soll um ca. 500 v.Chr. ein Komet niedergegangen sein..

Um 17:00 Uhr haben wir bis zum Abendessen noch 62 km vor uns. Über verschlungene Wege geht’s über Prien, Rimsting, Hemhof, Pelham, Gachensolden, Sonnerding, Halfing und Aichet bei Griesstätt über den Inn zur B15 auf die wir rechts einbiegen. Nach 2,8 km geht’s links über Ramerberg, Zellereit, Edling, Untersteppach, Rudering und Albaching auf die B12 Richtung Hohenlinden, dem Ziel unseres Ausflugs. Im Hotel/Restaurant Zur Linde gegenüber der Kirche beschließen wir den Tag bei bayrisch/ungarischen Spezialitäten. Parken bei der Kirche oder wenn möglich in der Tiefgarage des Hotels.

Heimwärts geht’s entweder per Landstraße über Erding oder über die A94/A99/A9 per Autobahn. Allen eine gute Heimfahrt und bis 2010 zu einer eventuell 2. Auflage der OFF-Voralpentour.

Route nachmittags: